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Einstellungstest Verwaltungswirt und die Testinhalte

Aktualisiert am 24. September 2026 von Ömer Bekar

Infos zum Verwaltungswirt Einstellungstest
Durch den Einstellungstest möchte die Behörde herausfinden, ob Sie das Zeug zum Verwaltungswirt haben.

Einstellungstest, Auswahltest, Eignungstest: Wer sich auf den Verwaltungswirt vorbereitet, liest drei Begriffe und vermutet dahinter drei Verfahren. Gemeint ist dasselbe. Auseinander gehen die Wege an einer anderen Stelle, nämlich beim Beruf: Verwaltungswirt, Diplomverwaltungswirt und Verwaltungsfachwirt führen über unterschiedliche Ausbildungen in die Verwaltung, und davon hängt ab, welches Auswahlverfahren auf Sie zukommt. Diese Seite ordnet zuerst die Bezeichnungen und zeigt danach, welche Aufgaben im Test tatsächlich gestellt werden.

Einstellungstest Verwaltungswirt und die Testinhalte

Ein Verfahren, drei Namen

Einen einheitlichen Beamtentest für die öffentliche Verwaltung gibt es nicht. Jede Behörde und jede Verwaltungsschule stellt ihr Auswahlverfahren selbst zusammen und richtet es an den Anforderungen der jeweiligen Fachrichtung aus. Eine Kommunalverwaltung prüft andere Schwerpunkte als ein Bundesamt oder ein kirchlicher Träger.

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Wie das Verfahren genannt wird, sagt deshalb nichts über seinen Inhalt. Einstellungstest, Auswahltest, Eignungstest und Eignungsauswahlverfahren stehen nebeneinander und bezeichnen denselben Schritt im Bewerbungsverfahren: die schriftliche Prüfung, mit der die Behörde vor dem persönlichen Gespräch eine Vorauswahl trifft.

Für die Vorbereitung ist der Name unerheblich. Entscheidend ist, für welche Laufbahn Sie sich bewerben – danach richtet sich der Zuschnitt des Tests.

Welcher Weg in die Verwaltung führt zu welchem Auswahlverfahren?

Die drei Berufsbezeichnungen beschreiben keine unterschiedlichen Tätigkeiten, sondern unterschiedliche Zugänge und einen unterschiedlichen dienstrechtlichen Status. Die folgende Übersicht ordnet sie einander zu. Ausführlicher steht der Vergleich auf unserer Seite zum Unterschied zwischen Verwaltungswirt und Verwaltungsfachwirt.

Bezeichnung Zugang Status Auswahlverfahren
Verwaltungswirt
mittlerer Dienst
Vorbereitungsdienst als Beamtenanwärter, Abschluss mit der Laufbahnprüfung Beamter im mittleren allgemeinen Verwaltungsdienst Schriftlicher Test, anschließend Einzelgespräch
Diplomverwaltungswirt
heute meist Bachelor, gehobener Dienst
Duales Studium an einer Fachhochschule für Verwaltung, Praxisphasen in der Behörde Während des Studiums Beamter auf Widerruf, danach gehobener Dienst Schriftlicher Test, häufig ergänzt um Aufgaben aus dem Assessment Center
Verwaltungsfachwirt Weiterbildung nach abgeschlossener Verwaltungsausbildung und einigen Jahren Berufspraxis In der Regel Tarifbeschäftigter; die Fortbildung qualifiziert für Aufgaben auf dem Niveau des gehobenen Dienstes Zulassung durch Verwaltungsschule bzw. Studieninstitut, teils mit eigenem Eignungstest – siehe Einstellungstest Verwaltungsfachwirt

Die Laufbahnen regeln Bund und Länder jeweils eigenständig. Nach der Ernennung führen Sie außerdem eine Amtsbezeichnung, die vom Dienstherrn abhängt, im mittleren Dienst zum Beispiel Regierungssekretär, im gehobenen Dienst zum Beispiel Regierungsinspektor. Auch die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich von Land zu Land. Ein Blick in die Ausschreibung Ihrer Behörde ist deshalb der erste Schritt der Vorbereitung.

Wie der Einstellungstest zum Verwaltungswirt abläuft

Das Verfahren ist zweistufig. Der schriftliche Teil steht am Anfang und entscheidet darüber, ob Sie weiterkommen. Er findet entweder vor Ort statt – in den Räumen der Behörde, der Verwaltungsschule oder eines Testzentrums – oder als Online-Test am eigenen Rechner.

Haben Sie den schriftlichen Teil mit ausreichendem Ergebnis bestanden, folgt einige Zeit später die zweite Einladung. Der mündliche Abschnitt besteht immer aus einem persönlichen Einzelgespräch, das einem Vorstellungsgespräch entspricht: Es geht um Ihre Beweggründe und darum, ob Sie sich mit dem Beruf und mit dieser Behörde befasst haben.

Zwischen den beiden Stufen liegen je nach Behörde mehrere Wochen. Die Einladung nennt Ort, Dauer und die zugelassenen Hilfsmittel. Prüfen Sie diesen Punkt genau: Ob ein Taschenrechner erlaubt ist, entscheidet die ausschreibende Stelle, und Sie sollten die Rechenaufgaben vorsichtshalber ohne geübt haben.

Manche Auswahlverfahren stellen daneben Aufgaben aus dem Assessment Center. Dann kommen Gruppenaufgaben, Diskussionsrunden oder Rollenspiele hinzu, gelegentlich auch ein kurzer Vortrag zu einem vorgegebenen Thema. Bei den Studiengängen für den gehobenen Dienst ist dieser Teil häufiger anzutreffen als beim Vorbereitungsdienst im mittleren Dienst.

Welche Aufgaben im Test vorkommen

Geprüft wird keine Rechtskenntnis und kein Verwaltungsfachwissen. Der Test soll zeigen, ob die Grundlagen vorhanden sind, auf denen Ausbildung oder Studium aufbauen. Die Aufgaben verteilen sich auf die folgenden Bereiche.

Bereich Was gestellt wird Warum die Behörde darauf schaut
Deutsch Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Wortschatz, Textverständnis Bescheide, Aktenvermerke und Auskünfte müssen sprachlich eindeutig sein
Mathematik Grundrechenarten, Textaufgaben, Dreisatz, Zinsrechnung Haushalts-, Finanz- und Rechnungswesen gehören zum Arbeitsalltag
Englisch Einzelne Verständnis- und Vokabelfragen Kontakt mit Stellen im Ausland und mit englischsprachigen Unterlagen ist in manchen Bereichen möglich
Allgemeinwissen Politik, Geschichte, Erdkunde, Kultur, Sport Zeigt, ob Sie das Geschehen um sich herum verfolgen
Verwaltungswissen Aufbau der Verwaltung, typische Abläufe, Berufsbild Zeigt, ob Sie Ihr Berufsziel ernsthaft verfolgen
Logik und visuelles Denken Zahlen- und Symbolreihen, Würfel drehen, Figuren zuordnen Muster erkennen und daraus richtige Schlüsse ziehen
Konzentration und Merkfähigkeit Zeichen vergleichen, Stadtpläne einprägen, Bearbeitungstempo Sorgfalt unter Zeitdruck, ohne Flüchtigkeitsfehler

Die Gewichtung verschiebt sich je nach Ausschreibung. Sprache und Rechnen sind in nahezu jedem Verfahren enthalten, die Aufgaben zum räumlichen Denken und zur Merkfähigkeit fallen unterschiedlich umfangreich aus.

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Konkret sehen die Aufgaben meist so aus: Im Sprachteil sollen Sie aus einer Reihe von Wörtern das falsch geschriebene heraussuchen, Kommas in vorgegebene Sätze setzen, Lücken in einem Text schließen oder zu einem Begriff das passende Gegenteil finden. Häufig kommt eine Textaufgabe hinzu, bei der Sie einen Absatz lesen und anschließend Aussagen als zutreffend oder nicht zutreffend bewerten – eine Nähe zum Verwaltungsalltag, in dem Sie Schreiben prüfen und den Kern herausziehen müssen.

Im Rechenteil dominiert der Dreisatz, oft in einer Einkleidung mit Verwaltungsbezug: Gebühren, Fristen, Anteile an einer Gesamtsumme. Dazu kommen Prozent- und Zinsrechnung sowie Aufgaben, bei denen Sie aus einer kleinen Tabelle den gesuchten Wert ableiten. Kopfrechnen unter Zeitdruck ist der eigentliche Prüfgegenstand, nicht die Formel.

Der Logikteil arbeitet mit Reihen und Zuordnungen. Sie setzen eine Zahlenreihe fort, ergänzen eine Symbolreihe, ordnen Analogien nach dem Muster „A verhält sich zu B wie C zu ?“ oder entscheiden, welche von mehreren Abbildungen nicht zu den übrigen passt. Bei den Würfelaufgaben sehen Sie einen Ausgangswürfel und mehrere gedrehte Ansichten und bestimmen, welche davon derselbe Würfel sein kann.

Der Merkfähigkeitsteil läuft zweistufig ab. Sie bekommen Material zum Einprägen – einen Stadtplan, eine Liste mit Namen und Aktenzeichen, eine Abbildung – und beantworten die Fragen dazu erst nach einer Pause, in der andere Aufgaben bearbeitet wurden.

Wie die Fragen gestellt werden

Der weit überwiegende Teil der Aufgaben ist als Auswahlfrage formuliert. Sie sehen zu jeder Frage mehrere Antwortmöglichkeiten und kreuzen die zutreffende an. Offene Fragen, bei denen Sie selbst formulieren, kommen kaum vor – die Ergebnisse ließen sich sonst nicht vergleichbar auswerten.

Daraus folgt zweierlei für den Testtag. Sie können im Zweifel raten, statt eine Aufgabe unbearbeitet zu lassen. Und Sie sollten nicht davon ausgehen, alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu bearbeiten; die Zeitvorgaben sind bei Eignungstests regelmäßig knapp bemessen.

Ein paar falsche Antworten sind kein Ausschlussgrund. Wer den Test nicht besteht oder unter der geforderten Punktzahl bleibt, scheidet dagegen aus dem Auswahlverfahren aus.

Womit Sie sinnvoll üben

Übungsaufgaben wirken vor allem deshalb, weil Sie die Aufgabentypen kennenlernen. Ein Teil der Übungen begegnet Ihnen aus Schule und Alltag so nicht – Symbolreihen und gedrehte Würfel gehören dazu. Wer sie zum ersten Mal im Test sieht, verliert Zeit mit der Frage, was überhaupt verlangt ist.

Online Auswahltest zum Verwaltungswirt: Diese Fragen kommen dran

Vier Schritte haben sich in der Vorbereitung bewährt:

  • Ausschreibung auswerten. Behörden und Verwaltungsschulen beschreiben ihr Verfahren oft auf der eigenen Webseite, manche stellen Musteraufgaben bereit. Auch die Einladung zum Test enthält häufig Angaben zum Ablauf. Damit lassen sich Testfelder von vornherein ausschließen, die nicht drankommen.
  • Testfelder durcharbeiten. Beim Üben über alle Bereiche zeigt sich, wo Sie sicher sind und wo nicht. Die schwachen Felder nehmen Sie sich anschließend gezielt vor.
  • Behörde und Beruf vorbereiten. Welche Aufgaben hat die Behörde, wie ist sie gegliedert, womit werden Sie befasst sein? Diese Fragen können bereits im schriftlichen Teil auftauchen, spätestens aber im Gespräch.
  • Nachrichten verfolgen. In den Wochen vor dem Termin lohnt der regelmäßige Blick in die Nachrichten aus Deutschland, Europa und der Welt. Aktuelle Ereignisse sind ein üblicher Bestandteil des Allgemeinwissensteils.

Sinnvoll ist ein Rhythmus mit kurzen, regelmäßigen Einheiten statt weniger langer Blöcke. Arbeiten Sie mindestens einen Durchgang unter der Zeitvorgabe, die in Ihrer Einladung steht, und werten Sie danach aus, an welcher Stelle Sie hängen geblieben sind. Bei den Merkaufgaben lohnt sich außerdem, eine eigene Methode festzulegen, bevor der Test beginnt – etwa Namen an Orte zu binden –, weil dafür im Test selbst keine Zeit bleibt.

Einen Überblick über sämtliche Aufgabenkategorien finden Sie in unserer Sammlung zum Beamten-Eignungstest.

Was ein Verwaltungswirt im Dienst tatsächlich tut

Der Einsatzbereich ist breit: Bundes- und Landesämter, Kommunalverwaltungen, daneben Kirchen, Hochschulen sowie Wirtschafts-, Berufs- und Regionalverbände. Welche Aufgaben auf Sie zukommen, hängt vom Fachbereich ab.

Zum Grundbestand gehören die Bearbeitung von Anträgen, das Führen von Akten und die Auskunft gegenüber Bürgern und Unternehmen. Im Personalwesen kommen Beurteilungen, Versetzungen, Fortbildungen und Beförderungen hinzu, dazu Fragen zu Arbeitszeit, Urlaub und Bezügen. Im betriebswirtschaftlichen Bereich geht es um das Beschaffungswesen, um Wirtschaftspläne und um den Haushalt. Auch die Vertretung der eigenen Dienststelle bei Gemeinderatssitzungen oder Bürgerversammlungen kann dazugehören.

Die rechtlichen Grundlagen und eine ausführliche Beschreibung des Berufsbilds führt die Arbeitsagentur im Berufenet.

Bis zum Testtermin

Drei Dinge sollten vor dem Termin geklärt sein: für welche Laufbahn Sie sich beworben haben, ob der schriftliche Teil vor Ort oder online stattfindet und ob ein Assessment-Teil vorgesehen ist. Alles Weitere ist Übung an den Aufgabentypen – und die lässt sich, anders als die Auswahlentscheidung, vollständig selbst steuern.

Ein Hinweis noch: Der Verwaltungsdienst steht selbstverständlich allen Geschlechtern offen. Wenn auf dieser Seite nur vom Verwaltungswirt die Rede ist und die Verwaltungswirtin nicht gesondert genannt wird, dient das allein der Lesbarkeit.